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Weine nicht, wenn die Fichte fällt...

Außer Frage steht, dass die Auswirkungen des Klimawandels auch die Forstwirtschaft immer stärker treffen. Doch mit welchen konkreten Folgen hat die Forstwirtschaft zu rechnen? Wie kann der Waldbestand auf die veränderten Bedingungen wie beispielsweise häufigere Hitzetage und Sturmereignisse vorbereitet werden?

Gut gefüllt war der Saal in Attendorn-Niederhelden, in dem sich die Teilnehmer zur Informationsveranstaltung „Forst und Klimawandel“ am 23. November 2016 eingefunden hatten. Dazu eingeladen hatten der LVV und der LRV. Die Referenten, allesamt Forst-Experten, präsentierten die neuesten wissenschaftlichen, praktischen sowie rechtlichen Erkenntnisse.

Referenten Forst und Klimawandel

Herr Scheible vom Landesbetrieb Wald und Holz, NRW, stellte eine standortgerechte Baumartenwahl als Baustein für produktive klimastabile Wälder vor. Mit eindrucksvollen Klimaszenarien erörterte er die Frage, wie sich der Klimawandel auf Waldstandorte und die Baumartenwahl auswirkt. So zeigte er zum Beispiel, dass eine Erhöhung der Jahresmitteltemperatur um 1° Celsius die Vegetationszeit bereits um etwa zwei Wochen verlängert.

Herr Geisthoff, ebenfalls vom Landesbetrieb Wald und Holz, erläuterte die Herausforderungen für Bewirtschafter von Weihnachtsbaumkulturen. Neben den so genannten abiotischen Schäden wie Frostereignissen und Hagel stellen auch die biotischen Schäden zunehmend eine große Gefahr dar: Insekten, Mäuse und Pilze. Herr Geisthoff diskutierte Möglichkeiten der Verhinderung von Schäden und gab praktische Anpassungsstrategien mit an die Hand.

Auch die zweckmäßige Bejagung als Voraussetzung für gelingenden Waldumbau wurde intensiv beleuchtet. Rechtsanwalt Jürgen Reh vom Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe e. V. zeigte Möglichkeiten, Rechte und Pflichten für Jagdgenossen auf. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einem Fachvortrag zum Thema Verkehrssicherungspflicht. Herr Hugo Gebhard, Rechtsanwalt mit Tätigkeitsschwerpunkt „Verkehrssicherungspflicht bei Bäumen und Baumnachbarrecht“, veranschaulichte eindrucksvoll, was Waldbesitzer beachten sollten.

Deutlich wurde auch in der anschließenden Fragen- und Diskussionsrunde, dass viele Risiken für Forstwirte mit dem Klimawandel größer werden. Nicht alle Risiken, die mit dem Klimawandel einhergehen, sind heute versicherbar. Jeder Waldbesitzer sollte in Absprache mit Versicherungsexperten prüfen, welche Risiken versicherbar sind, wie zum Beispiel Sturmereignisse. Letztlich ist jeder Forstwirt Unternehmer, der selbst entscheiden muss, welche Risiken er absichern möchte.

Informationsveranstaltung Forst und Klimawandel

 

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